Austauschjahr - Temple Ceremonies

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Dajia hao! 大家好!


Unglaublich, wie fleissig ich gerade mit meinem Blog bin! Das mag wahrscheinlich daran liegen, dass ich gestern wegen starkem Halsweh und Schmerzen beim Schlucken den ganzen Tag zu Hause geblieben bin. Weil ich gestern Abend dann meinen Vortrag über die Schweiz in meinem Rotary Club auf Chinesisch hatte, musste ich meine Stimme, die morgens nur bedingt oder wenn, dann krächzend herauskam, noch etwas schonen, damit ich abends dann eine Stunde am Stück Chinesisch reden konnte. Und ich kann euch sagen: Die Töne auf Chinesisch richtig zu sagen, wenn man seine Stimme kaum kontrollieren kann.. Nicht ganz einfach. ;) Aber es ist trotzdem super gelaufen und ich bin froh, diesen Vortrag jetzt auch endlich hinter mir zu haben. 


Heute war dann die Beerdigung der verstorbenen Urgrossmutter meiner Gastgeschwister, wo ich auch teilnehmen durfte. Vielleicht mache ich dazu auch noch einen separaten Post, denn das Ganze läuft ziemlich anders ab, als wir es in Europa gewohnt sind und ich kann mir vorstellen, dass es für euch spannend wäre, einen kleinen Einblick in die Kultur auch in dieser Hinsicht zu bekommen. Für mich ist es mittlerweile so, dass mich die Kultur gar nicht mehr so fasziniert wie am Anfang meines Jahres. Klar, sie ist speziell, aber jetzt ist sie einfach Alltag geworden. Auch in jeden Tempel muss ich nicht mehr unbedingt, einfach weil es nicht mehr so speziell ist. Aber das ist sicherlich normal so. Ich hoffe einfach, dass wenn ich nach Taiwan zurückkomme, alles wieder aufregender ist. Aufregend aber doch vertraut. So, wie es wahrscheinlich auch sein wird, wenn ich in die Schweiz zurückgehe. Heute sind es genau noch 30 Tage in Taiwan. 1 Monat. Und dann ist mein Austauschjahr vorbei. Einfach so. Es ging so schnell und ich kann es immernoch nicht glauben. Aber noch nicht nostalgisch werden! Es ist ja noch nicht ganz vorbei und die verbleibende Zeit geniesse ich jetzt einfach noch, wie ich kann. Schlafen kann ich dann in der Schweiz. ;) 

Austauschjahr - About speeches, Cheerleading, Taiwans Prime Minister, Dumplings & more (+Videos)

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Dajia hao! 大家好!


Wie ihr das sicher bemerkt hat, war ich, kaum hatte ich alle Blogposts aufgeholt, auch schon wieder damit hintendrein. Nicht nur die grösseren Events/Reisen gingen etwas unter, sondern auch kleinere Sachen. Das ist vorallem deshalb passiert, weil ich während diesen "kleinen Sachen" meistens nicht meine Kamera, sondern nur das Handy mitnehme und dann bin ich zu faul, die Bilder sofort auf meinen Laptop zu laden, wodurch sie dann auch nicht sofort auf meinen Blog kommen. Gestern bin ich jetzt endlich dazu gekommen und dadurch ist mir aufgefallen, dass ich euch über so viele Sachen gar nicht auf dem Laufenden gehalten habe, was mir sehr leid tut. Daher kommt jetzt einer dieser wild zusammengewürfelter Posts mit ganz vielen kleinen, aber doch schönen und speziellen Erlebnissen, bevor dann wieder die Blogposts mit "nur" einem grossen Thema kommen. :)

Ich entschuldige mich schon im Vorhinein für die schlechte Qualität der Bilder, die durch die Kamera meines Handy (iPhone 4) oder das von anderen bedingt ist.. Aber ich denke, es ist ganz in Ordnung, da ihr auf meinem Blog ja sonst mit sehr guten Bildern mit hoher Qualität verwöhnt werdet. ;) 

Austauschjahr - Over 200 Days in Taiwan and a lot of new stories to tell

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大家好,Dajia hao! 


Lange ist es her, seit ich meinen letzten Blogpost geschrieben habe. In diesem handelte es ja um mein "Chinese New Year" in Taiwan und wie ich es verbracht und erlebt habe. Seither ist meine "Austauschjahr-Geschichte" natürlich weitergegangen und ihr könnt euch nicht vorstellen, was ich seit dem Ende der langen Winterferien, Ende Februar, alles erlebt habe. Denn anders als ich es erwartet hätte, passierte so viel mehr als nur jeden Tag in die Schule zu gehen, an mein (für mich mit meinen langen Beinen viel zu kleines) Pult und den äusserst unbequemen Stuhl im Klassenzimmer zu sitzen, mein Chinesischbuch nach vorne zu nehmen und den ganzen Tag darin zu lernen. Nein, meine Tage waren viel aufregender. So aufregend und voll von Aktivitäten, dass ich nicht einmal Zeit hatte, einige Stunden für einen Blogpost aufzuwenden. 

Ich wusste zwar schon im Vorhinein, dass ich einige Reisen unternehmen und einige Tage somit eben nicht zu langweiligen Schultagen werden würden. Aber dass es gleich so "stressig" ist, hätte ich auch nicht gedacht. Seit dem Schulanfang war ich nämlich auf einer 4-tägigen Reise in den Osten Taiwans, war krank (wahrscheinlich mit dem Norovirus, welcher in Taiwan gerade herumgeht), habe zwei Austauschschülerinnen von Taipei für eine Nacht gehostet, einen 40-minütigen Chinesischvortrag über die Schweiz vor 500 Leuten gehalten und in meine dritte Gastfamilie gewechselt. Dazwischen ist natürlich auch noch ganz viel passiert und ihr seht wahrscheinlich spätestens jetzt sehr deutlich, dass bei mir wirklich viel los war. Das war zwar mit der Zeit etwas anstrengend, aber definitiv viel besser, als nur den langweiligen Schulalltag zu haben, wo man abends nicht einmal weiss, was man in sein Tagebuch schreiben soll, weil überhaupt nichts aussergewöhnliches passiert ist. Und ganz ehrlich: Ende des Austauschjahrs erinnert man sich dann an all diese aufregenden, fast schon gestressten Zeiten zurück und nicht an die, in denen man nichts erlebt hat. 


Heute bin ich seit über 200 Tagen in Taiwan (eigentlich wollte ich diesen Blogpost genau an meinem 200. Tag veröffentlichen, habe ihn dann aber nicht mehr fertig geschafft). Die Zeit läuft. In heute genau 99 Tagen werde ich am Flughafen in Zürich ankommen und mein Austauschjahr wird vorbei sein. Ja, so schnell geht es. Manchmal kommen mir die letzten 7 Monate in diesem Land irgendwie so unwirklich vor, weil sie so schnell an mir vorbeigegangen sind. Ein Jahr mag vielleicht lange klingen, ist aber in Wirklichkeit nur ein ganz kleiner Bruchteil des Lebens. Ein spezieller Bruchteil allerdings, in dem ich enorm viele Erfahrungen gesammelt und eine völlig andere Kultur - inklusive einer völlig neuen Sprache; Chinesisch - (kennen)gelernt habe. Etwas, was mich weiterbringt und wahrscheinlich auch verändert hat, auch wenn ich das im Moment noch gar nicht so extrem spüre und empfinde. Aber ich bin mir sicher, dass ich, kaum wieder in der Schweiz, merke, wie sich beispielsweise meine Sicht auf die einen Dinge durch meine Erlebnisse hier in Taiwan verändert hat, wie ich einige Sachen so viel mehr schätze und nicht mehr für selbstverständlich halte, aber auch, wie sehr mir die taiwanesische Kultur ans Herz gewachsen ist, auch wenn es natürlich trotzdem noch Momente gibt, in denen ich sie einfach nicht verstehe und mir darüber den Kopf zerbreche. Aber ich verstehe sie trotz allen Verschiedenheiten mehr und mehr und fühle mich mittlerweile auch wie ein Teil davon, was ein schönes Gefühl ist. Allerdings habe ich trotzdem noch tagtäglich Erlebnisse, durch die ich merke, dass ich eben doch nicht Taiwanesin, sondern "Waiguoren", Ausländerin, bin. Beispielsweise vor zwei Wochen, als ich morgens vor der Schule im Frühstücks-Store war. Ich unterhalte mich jeweils immer noch ein bisschen mit den Verkäuferinnen - natürlich auf Chinesisch. Irgendwann standen die Leute, die an einem Tisch gesessen hatten, auf und wollten hinausgehen. Als der eine ältere Herr mich aber sah, schoss seine Hand vor seinen Mund und er sagte mit weit aufgerissenen Augen, mich anstarrend: "Waiguoren!", Ausländerin. Und als er dann an mir vorbeiging, murmelte er "Meiguoren", Amerikanerin. Das ist immer das Gleiche in Taiwan; Ausländer werdem hier immer gleich als Amerikaner abgestempelt. Ich kann dann aber meistens nicht widerstehen, noch hinterher zu rufen, dass ich aus der Schweiz und nicht aus den USA komme. Aber übel nehmen kann man es ihnen ja auch nicht. Schliesslich konnte ich vor meinem Austauschjahr auch nicht Chinesen von Japanern und diese wiederum von Taiwanesen unterscheiden.. (Aber mittlerweile denke ich, dass sie wirklich anders aussehen und kann sie auch gut unterscheiden) ;)

Austauschjahr - a little bit of everything (PART 2/2)

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Dajia hao! :) 


Eigentlich wollte ich ja ursprünglich nur einen Post als Zusammenfassung von ganz vielen Ereignissen/Ausflügen der letzten paar Wochen machen, habe dann aber schnell gemerkt, dass ich so viele schöne Bilder habe, die ich euch zeigen will, dass das einfach zu viel wäre für einen Blogpost. Ganz zu schweigen vom vielen Text. Typisch ich; Ihr kennt mich ja. Daher kommt hier jetzt der zweite Teil, der wahrscheinlich nicht weniger kurz als der erste (diesen findet ihr HIER!) ist und den ihr hoffentlich genau so geniesst und mit Freude lest und anschaut! ;) 

Danke übrigens für die vielen (privaten) Feed-backs, die ich auch wieder auf meinen letzten Post bekommen habe. Ich würde mich aber auch sehr freuen, wenn ihr es einfach als Kommentar unter den einzelnen Posts platziert. :) 


Wer die Facebookseite meines Blogs noch nicht geliket hat - holt das doch auch noch nach. Über viele Likes würde ich mich ausserordentlich freuen und ihr bleibt immer auf dem neuesten Stand, wenn ich einen neuen Blogpost schreibe. Ausserdem könnt ihr mir auch über Google+ folgen, falls ihr ein Google-Konto besitzt - dazu einfach rechts in der Seitenleiste auf "follow" drücken. :) 

Vielen Dank!  


Erinnert ihr euch noch an meine Chinesische Rede an Weihnachten? Alle Austauschüler mussten damals eine Rede halten und auch eine Prüfung schreiben. Die besten 20 wurden dann ausgewählt und als Belohnung sozusagen bekamen diese dann eine Reise entweder nach Kaohsiung, Taipei oder Tainan geschenkt. "Geschenkt" heisst, Rotary bezahlte das Zugticket und organisierte an diesen Orten Gastfamilien für eine Nacht, so dass man zwei Tage dort war. Ich gehörte auch zu den 20 besten und habe bei den Losen Taipei gezogen. Anfangs Februar sollte es in unseren Chinese New Year Ferien losgehen. Da wir uns an jenem Dienstag Morgen recht früh in Taichung an der Trainstation besammeln mussten, übernachtete ich die Nacht davor in Taichung im Haus von Emile, einer anderen Austauschschülerin (von ihr habt ihr sicher auch schon mehrere Male auf diesem Blog gelesen). 


Austauschjahr - A little bit of everything (PART 1/2)

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Meine lieben Blogleser, nimen hao! 


Es ist definitiv Zeit für einen (resp. mehrere) neuen Blogpost. Nicht dass ich schon wieder in Verzug komme, kaum habe ich alles aufgeholt.. ;)


Ich sitze/liege gerade auf meinem harten Bett (dass es hart ist kann jetzt übrigens auch Marlene bestätigen, die mich heute Abend in meinem zu Hause besucht hat - dazu dann später mehr), höre das Album "Feels Like Home" von Norah Jones und esse ein Kinder Bueno, welches mir meine Gastschwester, die heute wegen dem morgigen Chinese New Year (darüber schreibe ich dann noch einen separaten Post) nach Hause gekommen ist, geschenkt hat. Und natürlich habe ich ganz viele Ideen im Kopf. Vieles, was ich schreiben will. Alles schon vorher beim Duschen durch den Kopf gehen lassen, weil ich so gut in meine Gedankenwelt eintauchen kann, wenn meine Ohren nur das an ihnen vorbeirauschende Wasser hören und alles darum herum stehen bleibt. Nur dumm, dass man es dann nicht gleich auch aufschreiben kann und ich ziemlich vergesslich bin, was solche Schreibideen anbelangt.. Naja, ich hoffe jetzt, dass alles wieder ganz natürlich und von alleine auf die Tasten meines Laptops rieselt. 

Es gibt so viel, was mich beschäftigt und ich aufschreiben will. So viel Erlebtes, das ich noch gar nicht erwähnt habe. Mit ziemlicher Sicherheit gibt es heute wieder einen unglaublich langen Post, an dem ich mehrere Stunden schreiben werde.


Heute habe ich wieder einmal einen Brief bekommen von einer meiner besten Freundinnen aus der Schweiz und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich mich jedes Mal darüber freue. Acht handgeschreibene Seiten. Was kann ich mir mehr wünschen? Es ist doch wunderschön und unglaublich, wie man "nur" durch einen Brief so glücklich sein kann. Bevor ich in mein Austauschjahr gestartet bin, habe ich wahrscheinlich gar nie so ganz richtig realisiert, was für ein Glückspilz ich doch bin, solch gute beste Freunde zu haben. Man versteht manchmal eben (leider) erst, was man alles Gutes in seinem täglichen Leben "hatte", nachdem man es nicht mehr hat. Aber ich weiss noch, dass ich in einem Blogpost vor meiner Abreise geschrieben habe: "Wahre Freunde bleiben; Auch auf Distanz und über längere Zeit." Und ich finde, dass ich das nun noch einmal überzeugter sagen kann. Schliesslich bin ich jetzt schon fast ein halbes Jahr in Taiwan. Was mich auch schon zum nächsten Thema bringt: In 4,5 Monaten werde ich schon wieder in der Schweiz sein. Deshalb bin ich (wenn auch ein bisschen früh) schon meine Rückreise und meine Ferien im Sommer am Planen. Bevor ich nach Taiwan ging, habe ich mein Leben sozusagen nur bis zum Ende des Austauschjahrs hin geplant - klingt irgendwie ein bisschen komisch, ich weiss. Aber jetzt weiss ich langsam, wie es danach weitergehen soll und darauf freue ich mich riesig. Auch wenn es mir in Taiwan gut gefällt, freue ich mich sehr, wieder in die Schweiz zurückkehren zu dürfen. Vor allem einfach wegen den Menschen. Meine Freunde und Familie. Das ganze Umfeld, die Einstellungen der Leute, die Meinungen, die Diskussionen, die guten Gespräche. Denn genau das ist es, was ich in Taiwan am meisten vermisse: Die guten, ausführlichen Gespräche. Denn die habe ich hier nicht (und das liegt - meistens - nicht an meinen Sprachkenntnissen von Chinesisch), und wenn schon, dann sehr selten und zwar mit Austauschschülern oder dann über Skype mit meinen Freunden und vor allem meinem Freund (Skype ist echt eine mega-hammer-gute Erfindung!). Aber natürlich vermisse ich auch die Sauberkeit, das Essen und ganz viele andere Sachen. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen so, als wäre ich total kritisch was Taiwan angeht. Das mag manchmal vielleicht stimmen. Aber wahrscheinlich werde ich auch unglaublich viele Sachen an Taiwan vermissen, wenn ich wieder in der Schweiz bin. Dazu will ich mir jetzt jedoch noch gar keine Gedanken machen und werde euch erst darüber berichten, wenn ich dann wirklich wieder zurück bin. 


Zwischen dem letzten und diesem Abschnitt habe ich eine Nacht geschlafen, denn den Blogpost hätte ich garantiert nicht mehr an einem Abend fertig geschafft. Zudem war es gestern schon recht spät. Mir ist aufgefallen, dass ich euch so vieles noch nicht erzählt und vor allem gezeigt habe, dass ich diesen Blogpost, der ursprünglich einer werden sollte, in zwei Teile aufteilen muss! 

Gerade sind wir an den Vorbereitungen für Chinese New Year, welches heute anfängt und bis Sonntag (wenn ich mich nicht täusche) andauert. Darüber will ich dann aber wie gesagt in einem separaten Post berichten, da es wirklich etwas sehr Spezielles ist und ich es nur einmal in meinem Austauschjahr erleben werde. Daher erzähle ich euch jetzt noch von all dem, was ich in den letzten Wochen erlebt habe und teilweise beim Schreiben meines letzten Posts über den gesamten Monat Januar untergegangen ist.. Es gibt also wieder ganz viel Lesestoff! :D 

Austauschjahr - Update; My first month of 2015

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大家好!Dajia hao!


Der erste Vollmond des Jahres,
Anfang Januar 2015

Heute gibt es einmal wieder einen ganz langen Post - "lang" sogar für meine Verhältnisse. Da ich jetzt endlich einmal alle anderen Posts, die noch anstanden, aufgeholt habe (Ferien sei Dank), kann ich wieder anfangen, aktuell zu berichten. In diesem Post schreibe ich nämlich kurz zusammengefasst von meinem ganzen Monat Januar (und sogar noch ein bisschen vor Neujahr ^^). Gerade jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe (dazu zählen übrigens nur die ersten Abschnitte des Textes, weil ich es natürlich nicht alles während dieser Zeitperiode fertiggeschafft habe) sitze ich im Zug von Taipei nach Taichung - 2 Stunden Zugfahrt. Wunderbar, um einen Post zu schreiben - jedenfalls fast, denn der Zug ist sehr voll und ich kann kaum meine Arme bewegen, obwohl ich einen reservierten Sitz habe. Die letzten drei Tage (2.-5. Februar) habe ich in Taipei verbracht. Im nächsten Post schreibe ich dann noch ausführlich darüber. 



Noch im alten Jahr im Dezember machte eine unserer Chinesisch Lehrerinnen zusammen mit einigen ihrer Freunde einen Ausflug mit Alex und mir. Wir besuchten Guoxing, um dort die Nationalblume Taiwans "Meihua" - Pflaumenblüte, wörtlich übersetzt "schöne Blume" - anzuschauen. Allerdings war es an diesem Tag zu warmso dass nicht viele Blüten geöffnet waren, was wirklich ziemlich schade war. Übrigens meinte mein Gastbruder, dass es dieses Jahr sowieso schon wämer war als sonst, was heisst, dass der Sommer noch unerträglicher war vor Hitze. 

Lange Zeit war es perfekt, jetzt ist es wieder kälter und man friert ständig. Aber in Taipei ist es noch einmal schlimmer, denn im Norden Taiwans ist das Wetter im Allgemeinen kälter und auch öfter schlechter, so dass ich die letzten drei Tage ziemlich gefroren habe.. 

Die Taiwanesen wundern sich immer, dass ich ständig friere, denn ihr Argument lautet: "In der Schweiz ist es doch viel kälter!" Ja, das stimmt. Aber der Unterschied ist, dass wir in der Schweiz unsere Häuser im Winter heizen und man hier nicht einmal wirklich weiss, was eine Heizung ist. Aber Klimaanlagen kennen sie - Gott sei Dank, sonst wäre ich letzten Sommer vor Hitze weggeschmolzen.. Hier ist die Meinung übrigens weit verbreitet, dass die Schweiz das ganze Jahr hindurch eiskalt ist. Wenn ich ihnen von unserem Sommer mit ab und zu auch einmal 30 Grad erzähle, glauben sie mir kaum.. ^^


Aber zurück zu diesem warmen Tag im Dezember: Nachdem wir uns die schönen Blüten des Pflaumenbaums in den Hügeln von Nantou angeschaut haben, besuchten wir noch einen Tempel - ebenfalls in den Hügeln. Schaut selbst:


Brücke, die zur Zeit der Besatzung der Japaner in Taiwan gebaut wurde




Wir alle unter den Pflaumenbäumen
(Kurz davor hatte ich mir noch den Kopf an einem Ast angeschlagen, als ich von der Kamera, bei der ich den Selbstauslöser betätigt hatte, zu den anderen rannte..)


Der Tempel in den Hügeln

Alex auf dem alten Brücke zum Tempel







Autauschjahr - Cultural Day Experience (Facepainting, Drums, Dancing)

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Dajia hao! :)


Meine Mutter (in der Schweiz) meinte einmal, ich solle mich nicht immer entschuldigen, wenn ich mit den Posts nicht nachkomme. Deshalb mache ich das jetzt auch nicht. Und dass der letzte Post schon wieder zwei Wochen her ist, ergab sich daraus, dass ich bis letzten Sonntag Abend in Japan war und danach Schule und noch ein "Civil Camp" hatte (Posts folgen! :D). Dadurch blieb natürlich überhaupt keine Zeit für Blogposts.. Dafür gebe ich mir nächste Woche Mühe, mich abends daranzusetzen und alle Posts endlich, endlich einmal nachzuholen.. 

Auf die letzten Posts gab es leider nicht so viel Feed-back - ich denke mal, das war deshalb so, weil ich ja nicht allzu viel Text geschrieben, sondern vor allem auf die Bilder verwiesen habe (unter anderem aus Zeitmangel). Nur von Ümmi, meiner Freundin, die gerade in Japan ihr Austauschjahr macht, habe ich etwas gehört. Sie meinte, dass sie es viel lieber mag, wenn ich NICHT nur die Bilder für sich sprechen lasse, sondern viel mehr auch noch etwas dazu schreibe. Mir persönlich ist das natürlich auch lieber, da ich dann auch das Gefühl habe, meine Posts haben eine bessere "Qualität". Und die, welche mich kennen, wissen ja, dass mir "Qualität" eher wichtiger ist als "Quantität". ;) Trotzdem haben meine Bilder allem Anschein nach auch Qualität. Marthe, eine gute Austauschschülerfreundin von mir aus Norwegen hat mir an diesem Cultural Day gesagt, dass ihr liebstes Hobby in Taiwan ist, die Bilder auf meinem Blog anzuschauen, weil sie so schön seien! Das ist doch mal ein schönes Kompliment. Und auch Leute aus der Schweiz lieben meine Fotos - Ein Blogleser zeigt sogar Kaufinteresse daran! :) Ich freue mich also auch immer über solche Arten von Feed-backs. Vielen Dank! :D 


Nun aber zum "Cultural Day":


Bridget und ich

Vor schon wieder fast einem Monat (am 25. Oktober) hatten alle Inbounds von unserem Rotary-District 3460 einen "Cultural Day" mit traditionellem Facepainting, Trommeln und Tanzen. Wir waren den ganzen Tag bei einem Tempel etwas erhöht auf einem Hügel irgendwo in der Nähe von Taichung. Wie erwartet, war der Tag dann wirklich toll. Es hat Spass gemacht, Alex' Gesicht (resp. nur die Hälfte, wegen Zeitmangels) traditionell zu bemalen, gleichzeitig auf diesen speziellen und grossen Trommeln zu spielen und ein bisschen im "Taiwan-Style" zu Tanzen - natürlich mit diesen grossen Taiwanesischen Puppen, die auch bei traditionellen Umzügen verwendet werden, wie dann wahrscheinlich an Chinese New Year, auf das ich mich jetzt schon total freue (unter anderem dann auch, weil einem dann Geld in roten Umschlägen geschenkt wird, worauf ich jetzt aber nicht weiter eingehe, sondern einfach auf einen zukünftigen Post verweise ;) ). 

Austauschjahr - Traditionelles Ritual (Seelen der Ahnen)

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Ni hao! :D 


Gerade sitze ich im Computerraum der Schule mit meiner Klasse, die einen Test auf dem Computer schreiben müssen. Und da ich nichts verstehe, kann ich entweder einfach zuschauen, oder etwas Anderes machen: Ich habe mich für das Schreiben eines Blogposts entschieden. ;) (diesen Blogpost habe ich am Dienstag angefangen zu schreiben.)


Im letzten Post habe ich ja schon versprochen, dass es im nächsten um ein spezielles Ritual geht, das man in Taiwan betreibt. Wie die Römer, verehren auch die Taiwanesen ihre Ahnen mit einem Haustempel. Dieser steht normalerweise im dritten Stock in einem Zimmer extra für die Ahnen und die noch lebenden Nachkommen müssen dort jeden Tag den verstorbenen Familienmitgliedern gedenken. Bei meiner Gastfamilie war die Situation jetzt so, dass der Bruder meines Gastvaters im Elternhaus lebt und mein Vater ein anderes Haus gebaut hat und dort wohnt. Bis anhin hatte er noch keinen eigenen Ahnentempel, aber es wurde Zeit, dass auch er einen anschaffte und die Seelen in unser Haus gebracht wurden. Die Seelen kommen aber nicht einfach "von alleine", sondern müssen mit einem speziellen Ritual, welches nur ein dafür ausgebildeter Herr ausführen kann, auf die beiden Tempel "aufgeteilt", resp. ausgeweitet, werden. Die Taiwanesen stellen sich vor, dass die Seelen in einer kleinen Version des Tempels wohnen und diesen dann zu einem Teil verlassen und in den anderen kleinen Tempel gehen und so in beiden Tempeln wohnen. Schlussendlich sind sie also nicht mehr nur im Elternhaus, sondern auch im Haus des Sohnes. Und das wird dann immer weitergegeben und die Seelen bleiben immer erhalten und werden verehrt. Diesem Ritual durfte ich also letzten Samstag beiwohnen und es war wirklich sehr spannend vom kulturellen und religiösen Aspekt her. Und obwohl meine Familie nicht wirklich religiös ist, sagte mein Vater am naechsten Tag zu mir, dass es sich gut anfühle, dass sein Vater nun auch in diesem Haus wohnt. Nun zum Ritual, welches wohl am besten mit den Bildern beschrieben wird, die ich gemacht habe und noch ein bisschen dazu erkläre:


Der Ahnentempel